Einen Zeitungskommentar verfassen

Was ist ein Zeitungskommentar?

Ein Zeitungskommentar ist im Unterschied zum Zeitungsbericht ein meinungsbetonter Text. Er gibt also die persönliche Sichtweise des Verfassers in argumentativer Form wieder. 

 

Im Normalfall nehmen JournalistInnen in Kommentaren zu aktuellen gesellschaftlichen oder politischen Ereignissen Stellung. In vielen Fällen versuchen Zeitungsredaktionen zu einem Thema mehrere Kommentare abzudrucken, die sich in ihrer Argumentation und in ihrem Blick auf ein Thema unterscheiden, manchmal sogar widersprechen. 

 

Kommentare sollen die LeserInnen zum Nachdenken und zur Meinungsbildung anregen. 

Wie ist ein Kommentar aufgebaut?

Kommentar

Ein Kommentar sollte schon äußerlich als solcher erkennbar sein. Denn ein Leser soll wissen, dass er keinen "neutralen Bericht", sondern eine persönliche Stellungnahme liest. Daher unterscheidet sich ein Kommentar meistens schon formal von einem Bericht: 

  • Im Normalfall ist er mit der Anmerkung "Kommentar" versehen.
  • Der Name des Verfassers wird bereits im Titel oder nach dem fettgedruckten Header angeführt
  • oft ist auch ein Bild des Verfassers / der Verfasserin angeführt. 
  • VerfasserInnen sind teilweise Profijournalisten; teilweise erhalten aber auch andere Personen (z. B. ExpertInnen zu einem bestimmten Thema, engagierte LeserInnen) die Möglichkeit, zu einem Thema einen Kommentar zu verfassen
  • Wenn der persönliche Hintergrund des Verfassers / der Verfasserin eine bestimmte Perspektive auf das Thema nahelegt, wird auch dieser Hintergrund angeführt (z. B. X. ist selbst Opfer eines Kriminalverbrechens geworden und nimmt aus dieser Perspektive Stellung) 

Wie ist ein Kommentar aufgebaut

Titel: 

  • Ein Kommentar braucht einen "griffigen" Titel, der neugierig macht und einen Bezug zum Diskussionsthema erkennen lässt

Header:

  • In Kurzform wird in Fettdruck am Anfang die eigentliche Diskussion vorbereitet. Für LeserInnen muss der Kontext, in den der Kommentar gehört, klar werden. Und es müssen die zentrale Position / die These / das Anliegen in ganz knapper Form benannt werden

Hauptteil: 

  • Die eigentliche Diskussionsfrage wird (nochmals) klar formuliert (Ein Kommentar diskutiert immer nur einen kleinen Ausschnitt aus einem "größeren Ganzen")
  • Die Diskussionsfrage wird mit zirka zwei bis drei Thesen beantwortet
  • Die Thesen müssen argumentativ begründet werden

Zur direkten Argumentation gibt es Varianten, z. B. kann die Argumentation darin bestehen, dass zu einem anderen Kommentar Stellung genommen und die vom Verfasser vertretende Argumentation widerlegt wird. 

Schluss: 

  • Resümee, Appell (an eine konkrete Person / Personengruppe), Ausblick, Abrundung, Schlusspunkt, Frage, ... 

 

 

Arbeitsaufgabe A2

Verfasse einen Kommentar, der sich kritisch mit dem Verhalten der Vorverurteilung van Guntens auseinandersetzt (Verhörmethoden, Einstellung des Verfahrens nach dem Geständnis)