Der Kriminalfall und die Medien

Wenn irgendwo ein Verbrechen passiert, sind die Medien nicht weit. Reporter berichten über den Vorfall, machen Interviews mit Zeugen und schreiben Kommentare. Das wollen wir selbst auch ausprobieren. Der Kriminalfall, der uns beschäftigt, ist der Mord an Gritli Moser. Dazu verfassen wir für die "Zürich-Post"

a) eine Kurzmeldung 

b) einen Zeitungsbericht

c) einen Zeitungskommentar

d) eine Reportage

e) Grafiken, die Daten aus der Kriminalstatistik aufbereiten // Schaubilder mit Skizzen vom Handlungsort

 

Textsorten 1: Berichten

Berichten bedeutet, über ein Ereignis  "objektiv" zu informieren. Die persönliche Meinung des Verfassers / der Verfasserin darf im Bericht also keine Rolle spielen. Im Bericht gibt es keine Werturteile, sondern nur Information über das, was passiert ist. 

 

Die Elemente, die einn Bericht enthalten soll, lassen sich mit den 7 Ws definieren: 

  • WER
  • WAS
  • WANN
  • WO
  • WIe
  • WARUM
  • WOZU, WELCHE FOLGEN

Berichtform 1: Kurzmeldung

Der Kurzbericht beschränkt sich auf die kurze und knappe Information über ein Ereignis. Er beantwortet nur die Fragen WAS, WER, WANN und WO. Er hat meistens eine Länge von maximal 50 Wörtern. 

Berichtform 2: umfangreicher Zeitungsbericht

Der umfangreiche Zeitungsbericht informiert auch über Details und über Hintergründe. Er ist wesentlich länger als eine Kurzmeldung. 

 

Zeitungsberichte haben einen typischen Aufbau: Sie bestehen aus

  • Schlagzeile (große Überschrift, die Aufmerksamkeit wecken möchte). Besonders in Boulevard-Zeitungen ist die Schlagzeile oft reißerisch ("Bild"-Stil)
  • Nachrichtenkopf (Header; meistens fett gedruckt). Der Nachrichtenkopf enthält - wie die Meldung - Informationen zu WAS, WANN, WO, WER 
  • Nachrichtenkörper (eigentlicher Text). Der Nachrichtenkörper enthält detailliertere Informationen über den Hintergrund eines Ereignisses. Er darf auch direkte und indirekte Zitate z. B. von Augenzeugen oder von Fachpersonen enthalten. Der Nachrichtenkörper behandelt also die Leitfragen WIE, WARUM, WOZU

Die Gliederung des Zeitungsberichts ist etwas "ungewöhnlich". Berichte werden im Normalfall chronologisch (nach dem zeitlichen Verlauf) gegliedert. Bei Zeitungsberichten iist das anders. Sie sind nach dem Prinzip der umgekehrten Pyramide gegliedert. Das bedeutet: Ein Zeitungsbericht ist so aufgebaut, dass das Wichtige am Anfang steht. Und das Unwichtigste steht am Ende. Das Gliederungsprinzip lautet also VOM WICHTIGEN ZUM UNWICHTIGEN oder VOM ZENTRALEN ZUM DETAIL. Dabei ist die zentrale Frage, an der ein Journalist sich orientiert, was die LeserInnen an einem Ereignis besonders interessiert. 

 

Für dieses Gliederungsprinzip gibt es zwei Gründe: 

  • LeserInnen müssen so nicht den ganzen Zeitungstext lesen, damit sie die wesentlichen Informationen erhalten. Sie können sozusagen von Absatz zu Absatz entscheiden, ob sie weiterlesen und noch mehr Details erfahren wollen.
  • Ein Artikel kann - wenn z.. B. kurzfristig noch Platz für einen neuen Artikel gemacht werden muss - von hinten gekürzt werden, ohne dass das den LeserInnen auffällt. 

Arbeitsaufgaben

A1: Verfasse eine Kurzmeldung zum Mord in Mägendorf im Umfang von zirka 50 Wörtern

 

A2: Du  bist Reporter und hast den Auftrag, einen umfangreichen Bericht über den Mord an Gritli Moser zu verfassen. Wie lautet die Schlagzeile? Wie lautet der Nachrichtenkopf? (Probiere mehrere Varianten aus)

 

A3: Für den Nachrichtenkörper brauchst du unterschiedliche Themenaspekte, die du ansprechen kannst. Sammle mögliche Themenaspekte, die den Charakter von Hintergrundinformation haben (WIE, WARUM, WOZU / WELCHE FOLGEN). Mach eine Reihung nach dem Prinzip der umgekehrten Pyramide (Was ist am wichtigsten? Was ist am unwichtigsten?)

 

A4: Baue die einzelnen Gesichtspunkte aus A3 zu Absätzen aus.

 

A5: Überlege, welche Augenzeugen du für deinen Bericht interviewen / um eine Stellungnahme bitten kannst. Zu welchen Gesichtspunkten würde das passen?

 

A6: Mit welchen Fotomotiven oder Grafiken kannst du deinen Zeitungsbericht "garnieren"? Mache diese Fotos / Grafiken

 

A7: Verfasse den gesamten Zeitungsbericht. Weil das Ereignis natürlich sehr wichtig ist und weil die Menschen genau wissen wollen, was passiert ist, soll der Zeitungsbericht auch einen entsprechenden Umfang (etwa 600 Wörter) haben.