Die Anfänge ... 

Laterna Magica
Laterna Magica

Die "Sehnsucht nach bewegten Bildern" kennt der Mensch schon lange. Schon im 17. Jahrhundert ist die Laterna Magica auf manchen Jahrmärkten und Kirchtagen "die Sensation". Der Eindruck von Bewegung entsteht dadurch, dass eine Glasplatte, auf die eine Reihe von Bildern gemalt sind, händisch bewegt wird.

Nach der Erfindung der Fotographie dauert es nicht mehr lange, bis man versucht, Bilderfolgen so abzuspielen, dass der Eindruck von Bewegung entsteht. Einer der ersten Filme der Kinogeschichte ist "La Sortie" (Arbeiter verlassen die Lumiere-Werke) der Gebrüder Auguste und Louis Lumière. Damit werben sie für ihre Erfindung, den "Cinematographen", eine Art Einheit aus Filmkamera und Filmprojektor, mit dem bewegte Bilder aufgenommen und gezeigt werden können.

 

Der Film zeigt in ungefähr 40 Sekunden, wie Arbeiter eine Fabrik verlassen. Der Film beginnt mit dem Öffnen der Fabrik-Tore, zeigt, wie die Arbeiter aus der Fabrik strömen und endet mit dem Schließen der Tore. Im heutigen Sprachgebrauch würde man wohl von einem Dokumentarfilm sprechen. Entstanden ist der Film im Jahr 1895. Er wird zusammen mit zehn weiteren Kurzfilmen am 28. 12. 1895 das erste Mal in einer Art "Kino" in Paris öffentlich gezeigt.

Überhaupt zeigen die ersten Filme vor allem Szenen aus dem alltäglichen Leben. Erst mit einiger zeitlicher Verzögerung entdeckt man, dass man mittels Filmkamera auch erfundene Geschichten darstellen kann. Langsam entwickelt sich dann auch eine eigene Filmsprache, indem man entdeckt, dass durch Filmschnitt, unterschiedliche Positionierung der Kamera und Veränderung des Bildausschnitts, durch eine bestimmte Kameraperspektive, durch Musikbegleitung u. a. m. starke psychologische Effekte erzielt werden können. Auch erste Filmtricks entstehen, wie beispielsweise die "Stop-Motion"-Technik, bei der Gegenstände leicht variiert aufgenommen werden, sodass beim Abspielen der Eindruck entsteht, die Gegenstände würden sich bewegen.

 

Schon kurz nach 1900 werden Filme recht professionell hergestellt. Zu einem Zentrum des Films entwickelt sich Hollywood. In Europa nutzt man vor allem das expressive Potential des neuen Mediums und es entsteht eine Reihe von Filmen, die künstlerischen Anspruch erheben. In Russland (Sergej Eisenstein: "Panzerkreuzer Potemkin") und in Deutschland (Fritz Lang: "M. Eine Stadt sucht einen Mörder") entstehen Filme, die sich an der künstlerischen Sprache des Expressionismus orientieren.

Der Tonfilm

Die Tonfilmzeit beginnt etwas um 1930. Während in den Hollywood-Studios vor allem "gefällige" Filme, die ein Massenpublikum ansprechen, entstehen, dominiert in Europa der experimentelle Film, der sich an der literarischen Strömung der Neuen Sachlichkeit orientiert.

NS-Zeit. Film als Propaganda-Instrument

Im Nationalsozialismus werden sowohl Dokumentarfilme als auch Spielfilme zum ersten Mal in der Geschichte systematisch für Propagandazwecke benutzt. So werden Dokumentarfilme über NS-Masseninszenierungen gedreht und dann in Kino-Wochenschauen gezeigt. Während des Zweiten Weltkriegs wird durch Kriegspropagandafilme die Kriegseuphorie geschürt. Eine berühmt-berüchtigte Regisseurin aus dieser Zeit ist Leni Riefensthal, die mit Filmen von den Olympischen Spielen in Berlin 1935 bekannt geworden ist. Im Spielfilm werden teilweise scheinbar unpolitische Heimatfilme gedreht, teilweise entstehen auch NS-Propagandafilme mit rassistischen Inhalten.

nach 1945

Nach 1945 werden die USA, vor allem Hollywood, endgültig zum Zentrum der Filmindustrie. Es entstehen eigenständige Filmgenres wie der Western-Film, der psychologisch angelegte Kriminalfilm (Alfred Hitchcock) und Science-Fiction-Filme oder Musikfilme. In Europa, wo die Filmproduktion im Unterschied zu den USA auch staatlich gefördert wird, entstehen mit der Zeit eher experimentelle Filme für ein anspruchsvolleres Publikum. Beispiele sind der italienische Neorealismus (Frederico Fellini), der französische "Film noir" (Louis Malle, Francois Truffault) oder die Filme des schwedischen Regisseurs Ingmar Bergmann.

 

Ab 1950 entstehen die ersten Fernsehanstalten, ab 1960 finden sie Massenverbreitung. Das hat für die Verbreitung des Films, aber auch für die Entstehung von Filmen weitreichende Folgen. Einerseits gerät das Kino unter Zugzwang, wenn es gegen das Fernsehen konkurrenzfähig bleiben möchte. So kommt es zu vielen technischen Weiterentwicklungen wie dem Breitbild-Format oder dem Stereo-Ton. Außerdem setzt sich der Farbfilm endgültig durch (zumals das Fernsehen ja bis weit in die 70er-Jahre hinein schwarz-weiß bleibt).

die letzten Jahrzehnte

Die letzten Jahrzehnte (so ab 1980) sind dadurch gekennzeichnet, dass vor allem us-amerikanische Spielfilmproduktionen immer aufwändiger werden. Zunehmend werden die Möglichkeiten, die Computeranimation bietet, auch für den Spielfilm genutzt. Ein durchschnittlicher Hollywood-Film hat heute ein Budget von über 50 Millionen Dollar. Die teuersten Filme kommen inzwischen auf Produktionskosten von über 200 Millionen Dollar.

 

Daneben ermöglichen beispielsweise moderne lichtempfindliche und leichte digitale Filmkameras, dass auch mit vergleichsweise geringen Budgetmitteln interessante Filme gedreht werden können.

Informationen im Internet: 


  • "Planet Wissen": Sendung zu interessanten Themenaspekten rund um den Film
  • "Planet Wissen" Sendung über die Anfänge des Films und zur Filmgeschichte
  • Mediamanual.at . Die Webseite enthält zahlreiche Informationen u.a. zur Filmgeschichte