Attribut und Attributsatz. Grundlegendes Wissen im Überblick

Der Attributsatz (Relativsatz)

Wiederholung: das Attribut

 

Das Attribut ist ein wichtiger Informationsträger, aber kein Satzglied. 

 

  • Die alte Frau mit dem Dackel // ist // gestern // erkrankt.
  • Die Freundin meiner Mutter  // lebt // seit zwei Jahren // in dieser luxuriösen Wohnung.
  • Die im letzten Jahr in die Wohnung im Erdgeschoss neu eingezogene Nachbarin //spielt // leidenschaftlich gerne // Klavier.

 

 

 

Wir alle verwenden Attribute. In den meisten Fällen ist uns das aber nicht bewusst; oder zumindest wissen wir nicht, dass das, was wir zwischen Artikel und Hauptwort hineinstopfen, ein Attribut ist.

 

Das Attribut ist eine Beifügung zu einem Nomen und bestimmt dieses Nomen näher. Als solches ist ein Attribut kein eigenes Satzglied, sondern Teil eines Satzgliedes.

 

Man kann ein Attribut mit der Frage „Was für ein...?“ erfragen. Da das Attribut Teil eines Satzgliedes ist, lässt es sich nicht alleine, sondern nur mit dem dazugehörenden Nomen innerhalb eines Satzes verschieben.

 

Attribute können vor oder nach dem Nomen stehen, das sie näher bestimmen. Vor dem Nomen stehen Adjektive (ein schönes Haus) oder Mittelwortgruppen (das von seiner Besitzerin seit drei Tagen vermisste Kätzchen). Letzteres sollten wir nicht übertreiben, weil die Sätze sonst sperrig und schwer verständlich werden. Nach dem Nomen stehen Attribute im 2. Fall (wessen); diese geben ein „Besitzverhältnis“ an (das Haus meiner Schwester). Außerdem sind Vorwortgruppen nachgestellt (das Haus mit den schiefen Wänden).

 

Umwandlung von Attributen in Attributsätze

 

Attribute können wir in Attributsätze umformen oder oder durch Attributsätze ersetzen. Dann werden sie – wie alle Gliedsätze auch – durch ein Bindewort eingeleitet. Und am Ende des Gliedsatzes steht ein Prädikat (Gliedsatzklammer).

 

Speziell am Bindewort ist, dass seine Form vom Fall und von der Person abhängig ist. Außerdem kann es in Verbindung mit Vorwörtern auftreten. Dieses spezielle Bindewort hat sogar einen Namen: Relativpronomen. Relativpronomen (der/die/das  welcher/welche/welches) sind auf Geschlecht und Fall des Nomens, das sie näher bestimmen, abgestimmt. Außerdem können sie sich auch noch Vorwörtern verbinden.

 

 

Normalerweise stehen Attributsätze unmittelbar hinter dem Nomen (das natürlich im übergeordneten Hauptsatz bleibt). Dadurch werden Hauptsätze oft „zerrissen“, was der Verständlichkeit oft keinen guten Dienst erweist. Deshalb sollten wir diese grammatische Struktur auch nicht zu exzessiv anwenden.

 

Ein paar Beispiele sollen das erläutern:

 

  • Die alte Badewanne wird ersetzt. Die Badewanne, die schon alt  war/ist ,wird ersetzt.
  • Die von uns beauftragte Firma ist leider in Konkurs.  Die Firma, die wir beauftragt haben, ist leider in Konkurs.
  • Der völlig unverdächtig wirkende Mann hat anscheinend jahrelang Firmengelder hinterzogen.  Der Mann, der völlig unverdächtig wirkt, hat scheinbar jahrelang Firmengelder hinterzogen. Oder: Der Mann, den ich für völlig unverdächtig gehalten habe, hat … Oder: Der Mann, für den ich meine Hand ins Feuer gelegt hätte, hat …
  • Das Kind, mit dem ich gestern gesprochen habe, spielt Klavier.
  • Das Kind, mit welchem ich gestern gesprochen habe, spielt Klavier.
  • Die Bluse, welche ich besonders gern mochte, ist leider kaputt.
  • Der Roman, durch welchen ich mich derzeit gerade durchkämpfe, ist leider nicht sehr spannend. 

Arbeitsaufgaben zum Üben der Attributsätze

Übung 1: Attributsätze in einem Text identifizieren und Beistriche setzen
1504_Attributsatz_identifizieren.docx
Microsoft Word Dokument 19.2 KB
Übung 2: Attribute in Attributsätze umformen.
1504_2_attribute_umformen_übung.docx
Microsoft Word Dokument 19.1 KB

Lösungen zu den Arbeitsaufgaben

Übung 1: Lösungen
1504_Attributsatz_identifizieren_Lösung.
Microsoft Word Dokument 21.9 KB
Übung 2: Lösungen
1504_2_attribute_umformen_lösung.docx
Microsoft Word Dokument 19.7 KB

Links zu Übungen im Internet