Was ist eine Kurzgeschichte

Die Kurzgeschichte ist eine relativ moderne epische Textsorte. Sie setzt sich im deutschen Sprachraum nach dem Zweiten Weltkrieg durch, als junge AutorInnen nach neuen literarischen Ausdrucksmöglichkeiten suchen. Ihre Wurzeln liegen in der amerikanischen "Short Story". 

 

Vor allem die Autoren der so genannten Trümmerliteratur schreiben Kurzgeschichten. Die bekanntesten sind Wolfgang Borchert, Heinrich Böll, Ilse Aichinger. Weitere bekannte Kurzgeschichten veröffentlichen später zum Beispiel Gabriele Wohmann oder Peter Bichsel

 

Wie funktioniert eine kurzgeschchte?

Eine Kurzgeschichte kann man sich wie einen Filmausschnitt vorstellen: Man steigt auf unvermittelt in ein Geschehen, meist eine Alltagssituation, ein. Und man steigt aus der Geschichte wieder aus, ehe sie zu Ende erzählt ist. 

 

 

Die Erzähler-Figur hält sich mit Hintergrundinformationen in der Kurzgeschichte typischerweise sehr zurück. Es gibt keine Einleitung. Der Erzähler stellt die Figuren nicht vor. Ebenso wenig bewertet er sie. Er kommentiert das Geschehen nicht. Seine Rolle beschränkt sich auf die Wahrnehmung dessen, was passiert (Außenhandlung) und was die Protagonisten-Figur erlebt (Innenhandlung)

 

Diese Reduktion verkürzt natürlich die Geschichte. Sie bewirkt aber auch, dass dem Leser viele Deutungsmöglichkeiten offen bleiben. Außerdem rückt so das Skizzenhafte, Prototypische an Figuren, Handlungen oder Themen in den Vordergrund. 

 

In einer Kurzgeschichte findet man immer Symbole. Zum Beispiel in „Alter Mann an der Brücke“: In dieser Kurzgeschichte ist die Brücke ein Symbol. Es gibt zwei getrennte Welten, die durch diese Brücke miteinander verbunden sind. Der alte Mann kann jedoch nicht über die Brücke gehen, weil er entwurzelt ist, keine Zukunft sieht, nicht bereit für ein neues Leben ist.

 

Die erzählte Zeit einer Kurzgeschichte beträgt meist nur wenige Minuten oder Stunden.

 

Die Sprache ist meist einfach, oft umgangssprachlich gefärbt; häufig haben Kurzgeschichten auch eine „dialogische Struktur“ (z. B. Alter Mann an der Brücke, Nachts schlafen die Ratten doch)

 

Es gibt eine Doppelbödigkeit: die scheinbar alltägliche und unspektakuläre Situation verweist auf eine menschliche Grundsituation / ein philosophisches / psychologisches Thema (z. B. Ausgrenzung in „Saisonbeginn“ oder in „Wachsfiguren“; Elend des Krieges in Nachts schlafen die Ratten doch oder in Alter Mann an der Brücke; Verantwortung in Alter Mann an der Brücke; Identität, Sprachlosigkeit, Kommunikationslosigkeit (Wachsfiguren), ….

 

Meistens gibt es einen offenen Schluss  der Leser soll über die Handlung und über den philosophischen Gehalt der Geschichte reflektieren

 

Die Kurzgeschichte ist das Gegenteil einer Novelle, da die Novelle eine strenge Struktur hat.

 


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