Von Gedichten und so ... Eine Annäherung an die Lyrik.

Was ist Lyrik?

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Sonnengott Apoll mit Rabe und Lyra (Quelle: Wikipedia)

Wenn wir von Lyrik reden, meinen wir meistens Gedichte. Neben Epik (erzählende Literatur) und Dramatik (Theater, darstellende Kunst) ist Lyrik die dritte Grundform der fiktionalen Literatur. 

 

Der Begriff „Lyrik“ kommt vom Griechischen "Lyra". Das ist ein Saiteninstrument, mit dem z. B. bei religiösen Festen die Gesänge begleitet wurden. Damit können wir bereits sehen, dass Lyrik eine Form von Literatur ist, die sehr nahe an der Musik ist. Es geht nicht nur um Inhaltliches. Es geht auch um formalisierte und vor allem rhythmisierte Sprache. Es geht um einen eindringlichen oder schönen "Klang". Es geht um die "gute Form". Und anderes mehr.

 

Mehr als in anderen Texten geht es also in der Lyrik nicht nur darum, einen Sachinhalt in Sprache zu gießen. Es geht auch und vor allem um den Anspruch, das in einer "verdichteten", "artifiziellen", "schönen", besonders ausdruckssvollen, originiellen Sprache zu tun. Und mehr als andere Texte lädt Lyrik ein, zu verweilen, sich Gedanken zu machen, ein Bild zu betrachten und auf sich wirken zu lassen. 

 

Lyrik lässt sich nur schwer auf einen Punkt bringen, weil lyrische Texte sehr unterschiedliche Formen haben können. Am ehesten könnte man sagen, dass es sich dabei um Dichtung handelt, die in einer eigenen „Kunstsprache“ (der Fachausdruck wäre „gebundene Sprache“) geschrieben ist. Meine persönliche Lieblingsdefinition lautet: Lyrische Texte sind Bilder aus Sprache.

 

 

Außerdem ist lyrische Dichtung oft „Ausdrucksdichtung“, d. h., es wird ein Gefühl, eine Stimmung, ein Gedanke, eine Phantasie oder etwas Ähnliches zum Ausdruck gebracht, ohne dass aber eine Handlung im eigentlichen Sinn erkennbar wäre.

 

Außerdem ist lyrische Dichtung oft extrem „verdichtet“ und wirft für den Leser/die Leserin so die meisten Fragen auf beziehungsweise lässt ihm/ihr am meisten Spielraum bei der Interpretation.

 

Übrigens: Ein Endreim ist ein mögliches, aber kein notwendiges Kriterium für einen lyrischen Text.