Was ist Lyrik?

Lyrik ist neben der Epik (erzählende Dichtung) und der Dramatik (darstellende Dichtung) die dritte Grundform der Literatur. Er kommt von Lyra (griech), einem Saiteninstrument, das zu singend vorgetragenen Texten gespielt wurde.

 

 

Lyrische Texte (etwas vereinfacht könnte man von Gedichten sprechen) ließen sich am besten als Bilder aus Sprache begreifen. Sie verdichten Sprache so konsequent, dass ein manchmal statisches, manchmal bewegtes Grundbild entsteht, in dessen Aussage sich wie in einem Brennglas menschliche Grundfragen und Grundthemen zeigen. Mindestens gilt das für gute Gedichte.

 

Lyrik ist immer Dichtung in gebundener Sprache. Was in diesem Zusammenhang zuerst auffällt, ist, dass lyrische Texte im Unterschied zu Prosa-Texten in mehr oder weniger kurzen Zeilen - man nennt sie Verse - gestaltet sind. Diese Verse sind nicht nur formale Merkmale von lyrischen Texten, sie sind sehr häufig auch Sinneinheiten oder sprachliche Einheiten. Häufig werden Verse zu Strophen zusammengefasst. Mehrere Strophen, die miteinander formal und inhaltlich in Beziehung stehen, bilden dann z. B. ein Gedicht.

 

Die gebundene Sprache hat ihren Ursprung wahrscheinlich darin, dass lyrische Texte ihren Ursprung in Gebeten an Göttern (im alten Griechenland vor allem an den Gott Dyonisos, also den Gott des Rausches und des Weines) haben. Diese Gebete sind - vermutlich begleitet von Instrumenten wir der Lyra - vorgetragen, noch besser: gesungen worden. Der regelmäßige Rhythmus ist dabei nicht nur feierlich und hebt die lyrische Sprache von der Alltagssprache ab. Außerdem bindet er die Sprache so sehr eng an die Musik und an den Tanz. So wird der Tanz zum Gebet und das Gedicht zum feierlichen, vielleicht sogar ekstatischen  und rauschaften Götterverehrung. 

 

Und bis heute sind lyrische Texte ganz besondere Texte, die sich der Alltagsverwertung entziehen und ein bisschen etwas wie "Zauber" in eine sonst sehr prosaisch gewordene Welt bringen. Zumindest gilt das für gute Lyrik. 

 

Was ist ein Gedicht?