Textsorte Erörterung

Textbeispiel Erörterung

Arbeit und Karriere scheint auch für viele Menschen in der heutigen Zeit Selbstzweck und zentraler Lebensinhalt zu sein.



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In meiner Erörterung werde ich mich mit der Frage auseinandersetzen, warum Karriere und beruflicher Erfolg für viele Menschen in der heutigen Zeit so wichtig sind. Ich werde aber auch problematische Aspekte anführen.


Zieldefinition; Diskussionsfrage

Die Erwartungen an das Berufsleben haben sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Früher waren viele Menschen damit zufrieden, eine halbwegs sichere Arbeitsstelle zu finden, durch die sie ihren Lebensunterhalt sichern können. Nicht selten waren die Menschen damit zufrieden, nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung viele Jahrzehnte, oft das ganze Arbeitsleben, am selben Arbeitsplatz zu verbringen. Beruflicher Aufstieg durch Engagement oder Weiterbildung waren eher die Ausnahme als die Regel. Im Unterschied dazu gehen junge Menschen heute mit der Erwartung, sich im Laufe ihres beruflichen Lebens öfters zu verändern, die Stelle zu wechseln, sich weiterzubilden und so schrittweise Karriere zu machen, ins Berufsleben. Schließlich erwartet das soziale Umfeld das auch in vielen Fällen. Und Medien und Werbung signalisieren: Nur wer den beruflichen Aufstieg schafft, gehört dazu. 


Dass viele Menschen sich berufliche weiterentwickeln und Karriere machen wollen, hängt aber auch mit finanziellen Ansprüchen zusammen. Menschen, die eine höhere berufliche Position innehaben, verdienen im Normalfall auch deutlich besser. Ein hohes Einkommen ist wichtig, weil Menschen oft viele materielle Wünsche – eine eigenes Haus oder eine große Wohnung, ein neuwertiges Auto, mindestens einen Urlaub pro Jahr, teure Hobbys – haben. Auch wer Kinder hat, muss finanziell gut abgesichert sein, wenn er seinen Kindern eine gute Ausbildung, beispielsweise einen Auslandsaufenthalt oder ein Studium, ermöglichen möchte. Nicht zuletzt glauben auch viele Menschen, dass sie mehr Ansehen und Sozialprestige genießen, wenn sie sich einen materiell aufwändigen Lebensstil leisten. Mit dem Einkommen eines „einfachen“ Angestellten oder Arbeiters sind viele dieser Wünsche nicht erfüllbar. So ist es nur leicht verständlich, dass viele Menschen bereit sind, sich beruflich über das Notwendige hinaus zu engagieren, um beruflich aufzusteigen und sich „etwas mehr“ leisten zu können.


Karriere kann aber auch als persönliche Herausforderung verstanden werden. Viele Menschen fühlen sich nach einer bestimmten Zeit in ihrem erlernten Beruf nicht mehr genügend gefordert. Sie spüren, dass sie „zu mehr“ fähig wären und sich persönlich gerne weiterentwickeln würden. Mit einer höheren beruflichen Position sind oft mehr Freiheiten, mehr Verantwortung und mehr persönliche Herausforderung verbunden. Es geht nicht mehr nur darum, mehr Geld zu verdienen, sondern eigene Interessen und Ideen beruflich einzubringen. Arbeit wird quasi zum „Selbstzweck“. Viele Menschen, die heute mit 30 bemerken, dass sie selbst sich weiterentwickelt haben, während ihr Arbeitsfeld gleich geblieben ist, orientieren sich neu. Sie bilden sich nebenberuflich weiter, machen Kurse, beginnen vielleicht sogar noch ein Studium an einer Fachhochschule oder einer Universität. Ich selbst habe mich ebenfalls dazu entschieden, nochmals die „Schulbank zu drücken“, die Matura im Rahmen der BRP nachzuholen, weil ich ein betriebswirtschaftliches Studium beginnen möchte. Nur so kann ich auch von den Aufstiegsmöglichkeiten, die sich in meinem Unternehmen bieten, persönlich profitieren. Ich verspreche mir in der Zukunft nicht nur einen sicheren Arbeitsplatz, sondern auch eine anspruchsvollere und abwechslungsreichere Tätigkeit im Management, wenn ich mein Ziel erreicht habe.


Möglicherweise spielt auch die Persönlichkeitsstruktur eine Rolle, wenn Menschen versuchen, Karriere zu machen. Es gibt viele Menschen, die schon von klein auf gelernt haben, dass sie Anerkennung und Respekt bekommen, wenn sie überdurchschnittliche Leistungen erbringen. Diese Haltung übertragen sie auf ihr Berufsleben. Mit einer hohen und angesehenen beruflichen Position verbinden sie sozialen Status und Glück. Allerdings ist diese Einstellung aus meiner Sicht problematisch, vor allem dann, wenn Karriere und Geld zum Selbstzweck werden. Nicht wenige Menschen, die beruflich „alles erreicht haben“, müssen irgendwann in ihrem Leben – beispielsweise in einer Krise - feststellen, dass Lebenszufriedenheit auf diesem Weg nur selten gefunden wird. 


Karrieremöglichkeiten ergeben sich heute vor allem auch, weil die Berufswelt sehr dynamisch ist. Unternehmen stehen in einem harten Konkurrenzkampf. Nur mit gut ausgebildeten, ehrgeizigen und flexiblen Mitarbeitern können sie im internationalen Wettbewerb bestehen. Deshalb haben auch Unternehmen großes Interesse an Mitarbeitern, die bereit sind, sich überdurchschnittlich zu engagieren.


So verlockend eine berufliche Karriere auch sein mag: Sie ist nicht jeden Preis wert.


Viele Menschen sind bereit, für ihre Karriere ihre persönlichen Bedürfnisse zurück zu stellen. Die Karriere verlangt Mobilität. Für den nächsten Karriereschritt sind sie bereit, in ein anderes Unternehmen zu wechseln oder sich an einen anderen Betriebsstandort versetzen zu lassen. Das kann in jungen Jahren interessant und herausfordernd sein. Auf Dauer bedeutet dies aber immer wieder, soziale Beziehungen abzubrechen und eventuell sogar auf Beziehung und Familie zu verzichten. Ich persönlich bezweifle, dass Karriere „dieses Opfer“ wert ist. Für mich käme ein solches Lebenskonzept jedenfalls nicht in Frage.


In Kaderpositionen wird von MitarbeiterInnen oft erwartet, über das normale Maß hinaus für das Unternehmen zur Verfügung zu stehen. Abendtermine sind selbstverständlich. Überstunden sind als Pauschalbetrag in das hohe Gehalt eingerechnet. Damit ein Projekt rechtzeitig fertig ist, muss ein Projektleiter gegebenenfalls auch am Wochenende arbeiten oder auf einen Urlaub verzichten. Er muss gesellschaftliche Verpflichtungen wahrnehmen, auch wenn er den Abend lieber mit der Freundin verbringen würde. Freizeit wird zum Luxus. Für Partnerschaft und Familie bleibt kaum Zeit. Der Preis für einen solchen Lebensstil ist hoch. Viele Beziehungen halten einem solchen Lebensstil nicht stand. Langfristig droht die psychische oder die körperliche Erschöpfung.

Ursache 1: berufliche Anforderungen // Erwartungen an das Berufsleben (Vergleich früher – heute)

 

 





 

Ursache 2: finanzielle Bedürfnisse; Lebensstandard

 

 

 

 






 

 

 

Ursache3: persönliche Herausforderung

 

 

 

 

 

 

 

 

 









Ursache  4: Persönlichkeits-struktur

 

 

 

 

Ursache 5:

Erwartungen der Unternehmen




Übergang: Problematische Aspekte / Grenzen

 

Problem 1: Überforderung durch Mobilität

 

 


Problem 2: Überforderung durch zu große Anforderungen è Burnout

 




Ende: Hauptteil

 

Für mich persönlich sind Ehrgeiz und berufliches Engagement eine Selbstverständlichkeit. Ein interessanter Beruf ist für mich ein Wert, für den ich auch einiges zu leisten bereit bin. Allerdings versuche ich dabei „das gesunde Maß“ nicht zu verlieren. Auch aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass das nicht immer einfach ist. (800 Wörter)

Schluss: persönliches Resümee