Textanalyse. Analyse von Sachtexten

Teilbereiche einer Textanalyse. Kriterien

Beschreiben (konkret: Zusammenfassen) eines Textes

Relevante Kernaussagen in sehr knapper Form wiedergeben à INHALT

 

fremder Inhalt (also: keine eigene Meinung; neutrale Wiedergabe; kein Kommentar; keine Wertung) ßà Wiedergabe in eigener Sprache (Wortschatz, Satzbau);

 

neue (sachdienliche) Gliederung / Struktur à Gliederung vom Allgemeinen zum Detail; von „außen nach innen“ (egal, wie der Ausgangstext strukturiert ist)

 

Sachsprache (unabhängig von der Sprache des Ausgangstextes; ev. Übersetzung notwendig)

 

Konjunktiv als Stilmittel der Distanzierung; andere Stilmittel der Distanzierung, vor allem Trägersätze (der Verfasser meint / schlägt vor / behauptet…)

 

Präsens (mit Perfekt als Hilfszeit)

 

keine Redundanz; Keine Leer-Aussagen / Füllwörter; keine Wiederholungen

 

Möglichst klar und eindeutig; Genauigkeit ist wichtiger als „Schönheit“; keinesfalls sinnentstellend

 

 

Die Inhaltsbeschreibung / Zusammenfassung wird ergänzt durch die Analyse!

Analyse (über den Inhalt hinaus: Herausarbeiten bestimmter Textmerkmale)

Themenanalyse

·         Welches Thema?

·         Welche Themenaspekte?

·         Wie werden die Themenaspekte dargelegt? (Fakten/Daten/Theorien ßà Thesen und Argumente ßà Fallbeispiele; Beispiele

 

Formales:

·         Textsorte und textsortenspezifische Merkmale,

·         Länge/Umfang,

·         Aufbau des Textes: Schlagzeile, Lead, Zwischenüberschriften, inhaltliche Gliederung, roter Faden

·         optische Gestaltung des Textes (ergänzende Grafiken oder Bilder) …

 

Schreibhaltung(en):

·         informativ ßà argumentativ ßà bewertend ßà appellierend;

·         sachlich-distanziert ßà polemisch/ironisch/sarkastisch ßà subjektiv / persönlich

·         wissenschaftlich / datenorientiert / faktenorientiert / abstrakt ßà narrativ / erzählend / sinnlich / anschaulich

 

Inhaltliches: zentrale Argumentationslinien; zentrale Beispiele; Aktualität; praktische Relevanz; Leerstellen/Ausgeblendetes (?!)

 

Sprache: Satzbau, Wortschatz, Sprachebenen

·         umgangssprachlich ßà standardsprachlich ßà wissenschaftlich/fachsprachlich

·         Satzbau (parataktisch = Hauptsätze; hypotaktisch = komplexe Satzgefüge; elliptisch = unvollständige Sätze);

·         Aussagen ßà Fragen ßà indirekte und direkte Appelle

·         Bestimmte Stilmittel (z. B. Ironie, sprachliche Bilder

 

Kontext und Kommunikationsanalyse:

·         AdressatInnen: An wen wendet sich der Text?

·         Intention / Zielsetzung: Was will der Text erreichen?

·         Nutzen für LeserInnen: Was erreicht der Text vermutlich? Inwiefern können sie von der Lektüre profitieren (Wissen, Werthaltungen, Perspektiven auf Thema, …)

 

Aussagen sind durch Texthinweise (vgl. Zeile X) und/oder Zitate („ …“; Zeile X) zu belegen. Zitate ersetzen eigene Aussagen nicht, sie ergänzen sie. Sparsamkeit!!

Hintergrundinformationen

Umfang

·         Die Mindestlänge ist vorgegeben.

·         Der Zusammenfassungsteil muss knapp und möglichst dicht sein.

·         Der Analyseteil darf auch länger sein.

·         Man darf auch mehr schreiben (aber nur, wenn der Analyse-Teil inhaltlich genauer oder vielschichtiger ist.)

Arbeits-schritte

Schritt 1: Aufgabenstellung / Arbeitsanweisung

·         Bestimmte Arbeitsaufträge // Einschränkungen (bestimmte Themenaspekte / Fragestellungen)

·         Operatoren, die in der Themenstellung benannt werden (beschreibe, diskutiere, erkläre, …)

 

Schritt 2: Vorbereiten und Anlesen / Querlesen des zu analysierenden Textes

 

·         Thema und Themenaspekte identifizieren

·         Metadaten eruieren (Autor, Titel, Quelle, Textsorte, Kontext, AdressatInnen, Intention, …)

·         Eigenes Vorwissen / eigene Zugänge / eigene Erwartungshaltungen an Text „briefen“

·         Querlesen / Überblick à Thema // Themenaspekte // Struktur // Intention // Schreibhaltungen // Schwierigkeitsgrad / …

 

Schritt 4: Sinnerfassendes Lesen // sinnerschließendes Lesen

 

·         Genaues Lesen; Markieren relevanter Textstellen // Schlüsselaussagen identifizieren // ervorheben; Randnotizen machen (!!, ??,), Nicht-Relevantes / Redundantes ev. durchstreichen; Fachbegriffe einrahmen; …

·         Genaues Lesen: Abschnitte / Themenaspekte identifizieren und benennen (Randnotizen)

·         Besonderheiten / Auffälligkeiten identifizieren

·         Gegen den Strich lesen (Einseitigkeiten, Leerstellen, offen gebliebene Fragen, Gegenperspektiven, …)

 

Schritt 4: Kernaussagen herausarbeiten (Zusammenfassung) à stichwortartig aus dem Kopf notieren

 

Schritt 5: Analyse der geforderten Textmerkmale à Stichworte // Mindmap // Abschnitte mit Schlüsselsätzen

 

Schritt 6: Einleitung (Daten) und Schluss (Resümee) überlegen

 

Schritt 7: Verschriftlichen

 

Schritt 8: Überarbeiten // Redigieren

·         Aufgabenstellung / Arbeitsaufträge erfüllt?

·         Passt die Länge?

·         Sind Aussagen / Behauptungen belegt (Analyse)

·         Sachrichtigkeit, Verständlichkeit (= Nachvollziehbarkeit für außenstehenden Leser, der Ausgangstext nicht kennt), Verdichtung?

·         Sinnvolle Gliederung / Struktur (Gesamttext // Gedankenführung innerhalb eines Abschnittes)

·         Rechtschreibung und Sprache / Grammatik

 

Tipp für Matura / zwei-textige Aufgabenstellungen: Text A planen und schreiben à Text B planen und schreiben à Text A überarbeiten / redigieren à Text B. überarbeiten und redigieren. Mit dem langen Text beginnen. Zeit genau einteilen und Zeiteinteilung einhalten.

 

Bewertung

Inhalt:

Vollständigkeit; sachliche Richtigkeit (Daten, Beschreibung, Analyse); Nachvollziehbarkeit / Genauigkeit ; Gewichtung; hohe inhaltliche Dichte / keine Redundanzen;


Aufbau:
Gliederung durch Abschnitte; nachvollziehbare inhaltliche Strukturierung (Zusammenhängendes in einem Abschnitt); Gedankenführung innerhalb eines Abschnittes; sprachliche Kohärenz (Bindewörter, Umstandswörter schaffen logische Brücken und machen logische Zusammenhänge sichtbar) ;


Stil / Ausdruck:

Sachsprache; informierend-darlegender Stil; hohe inhaltliche Dichte; keine dialogische Struktur; fachsprachliche Elemente; eigenständige Formulierungen; keine sprachliche Nähe / Kopie des Ausgangstextes


Rechtschreibung / Grammatik: Vollständige, grammatisch korrekte Sätze; keine Ellipsen; Aussagesätze dominieren!