In der Bibliothek

In jeder mittelgroßen Stadt gibt es eine Bibliothek. Die größte Bibliothek in Dornbirn ist die Stadtbücherei. Daneben gibt es in fast allen Stadtteilen kleinere Bibliotheken. Auch unsere Schule hat eine Bibliothek. Damit du diese Bibliothek besser kennenlernst und in Zukunft auch gut nutzen kannst, brauchst du ein paar Informationen. 

Geschichte der Bibliotheken

Schon in den frühen Hochkulturen gibt es Bibliotheken. In diesen wird in systematischer Form das Wissen der jeweiligen Zeit "konserviert". Oft haben nur ganz wenige Menschen, nämlich die, die Lesen (und meistens auch Schreiben) können, Zugang zu diesen Bibliotheken und damit zum Wissen. Und Wissen ist Macht. 

 

Vermutlich hat es schon in den frühen Hochkulturen (z. B. Ägypten, Babylonien) Bibliotheken gegeben. Eine ganz berühmte Bibliothek war die Bibliothek von Alexandria (im heutigen Ägypten).  Sie entsteht vermutlich im 4. Jh. v. u. Z. und existiert bis in die Spätantike. 

 

Im Mitelalter werden vor allem in den Klöstern Bücher gesammelt. Dabei handelt es sich um Handschriften, die in mühevoller Arbeit erstellt werden. Als Beschreibstoff wird Pergament verwendet, das sehr kostbar ist, weil es aus der Haut von Tieren hergestellt wird. Auch das Herstellen der Tinte ist ein mühseliger Prozess. So ist es schon eine große Sensation, wenn eine Klosterbibliothek mehr als 100 Bücher umfasst. Lange Zeit ist die Klosterbibliothek in St. Gallen mit etwa 600 Büchern die größte Bibliothek in unserer näheren Umgebung. 

 

Auch Universitäten bauen schon seit dem Mittelalter Bibliotheken auf. Sie dienen zur Forschung: Wissenschaftler können sich mit den Werken anderer Autoren auseinandersetzen und deren Gedanken weiterentwickeln. Und natürlich kann so auch Wissen an die nächste Generation der Studenten, aber auch an die Nachwelt weitergegeben werden. 

 

Bücher bekommen mit der Erfindung des Buchdrucks ab dem 16. Jh. eine ganz neue Bedeutung. In der Zwischenzeit wird Papier als Beschreibstoff verwendet, was wesentlich billiger ist. Papier wird aus Holz erzeugt. Und Holz steht praktisch unbegrenzt zur Verfügung. Durch die Technik des Druckens können Texte in großer Zahl vervielfältigt werden. Ein wichtiger Meilenstein zu einer Buch- und Bibliothekskultur ist außerdem die Bibelübersetzung von Martin Luther. Denn so entsteht - quasi nebenbei - ein mehr oder weniger einheitliches Schrfitdeutsch, sodass auch deutsche Texte im gesamten Sprachraum verbreitet werden können und verstanden werden. Es dauert dann aber nochmals einige Zeit, bis sich herumgesprochen hat, dass Bücher nicht nur für Gelehrte, sondern auch für "normale Menschen" etwas Wichtiges sind. Erst im 18. Jahrhundert setzt sich mit der Aufklärung die Idee durch, dass Bildung "den Menschen forme". Deshalb sei Bildung für alle Menschen wichtig. Die allgemeine Schulpflicht wird durchgesetzt. Und so kann  ab Ende des 18. Jahrhunderts ein relativ großer Teil der Menschen - vor allem in den Städten - Lesen und Schreiben. Und auf dieser Grundlage entstehen in den größeren Städten Leihbibliotheken. Sie stellen den Menschen günstig Bücher zur Verfügung, denn Bücher sind - im Verhältnis zum Einkommen der meisten Menschen - immer noch sehr teuer.

 

Eine besondere Bibliothek ist die Nationalbibliothek. In ihr werden praktisch alle in Österreich erschienen Werke (einschließlich Dissertationen, Zeitungen und Zeitschriften) aufbewahrt. Solange die Zahl der publizierten Bücher überschaubar gewesen ist, ist das noch keine allzu große Herausforderung gewesen. Heute erscheinen aber so viele Werke, dass die Sammlung und die Verwaltung all dieser Werke einen großen Aufwand bedeutet. Vieles wird auch nur noch digital aufbewahrt, weil die Bibliothek sonst "aus allen Nähten platzen würde.

 

Die größte Bibliothek in Vorarlberg ist die Landesbibliothek in Bregenz. Die größte Bibliothek in Dornbirn ist die Stadtbücherei. 

 

Heute muss man grundsätzlich zwischen Forschungsbibliotheken und Publikumsbibliotheken unterscheiden. 

 

Forschungsbibliotheken sind z. B. die Nationalbibliothek oder die Universitätsbibliotheken. Ihre Aufgabe ist es, die grundlegenden Werke zu einem bestimmten Thema zu sammeln und zu archivieren. Außerdem müssen sie den ForscherInnen - z. B. JournalistInnen, StudentInnen - die Unterlagen zur Verfügung stellen, die sie für ihre Recherchen brauchen. Dafür braucht es ein sehr differenziertes Dokumentationssystem. Denn nur so können Bücher oder Artikel in Zeitschriften auch sicher gefunden werden, wenn jemand diese braucht. Wenn ein bestimmter Text in der jeweiligen Bibliothek nicht zugänglich ist, können Forschungsbibliotheken diesen über Fernleihe organisieren. 

 

Publikumsbibliotheken haben eher den Auftrag, den Menschen, die gerne lesen, kostengünstig Zugang zu "Lesefutter" zu ermöglichen. Außerdem sollen sie die Menschen zum Lesen animieren und fürs Lesen Werbung machen. Hier ist es weniger wichtig, dass Bibliotheksbestände vollständig sind. Außerdem richtet sich ihr Bestand viel stärker am Interesse des Lese-Publikums. Wichtig ist, dass unterschiedliche Lesebedürfnisse befriedigt und unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden. Vor allem Kinder und Jugendliche, die das Lesen durch Übung lernen müssen und sollen, sind eine ganz wichtige Zielgruppe. 

 

 

Internetlinks Recherche

Die österreichische Nationalbibliothek

Die Erfindung des Buchdrucks

Arbeitsaufgabe: Hier findest du einen Lückentext, mit dem du überprüfen kannst, wie gut du dir wichtige Informationen aus dem Filmbeitrag gemerkt hast. 


Internetlinks

Österreichische Nationalbibliothek: 

 

Vorarlberger Landesbibliothek


Stadtbücherei Dornbirn

Unsere Schulbibliothek

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